„Mach´s wie Gott – werde Mensch“

Spirituelle Identität entwickeln mit der Gestaltpädagogik A. Höfers

04./05.11. 2017  im Liudgerhaus Münster

„Die Themen `Mach´s wie Gott – werde Mensch´ und `Spirituelle Identität entwickeln´ passen zusammen wie ein Paar Schuhe an die Füße. Es hat seinen Grund, warum ich mir heute genau diese Schuhe angezogen habe“, so starteten die Referenten, Helmut Laukötter und Edith Koch, mit den 14 Teilnehmenden in das Seminarwochenende.

Was macht mein Menschsein aus, welchen Stand-Punkt habe ich? Was/wer hält mich aufrecht, trägt mich?

Sich diesen Fragen und Sichtweisen zu nähern half ein kleines Modell-Skelett, ein „Knochengerüst“, „Dorostea“ genannt. (Dorothea=Gottesgeschenk / Dorostea = Knochen-geschenk).

Dorostea machte sichtbar, was im eigenen Körper wesentlich dafür sorgt, aufrecht gehen, sitzen oder stehen zu können.

Genauso wesentlich ist für den Menschen Spiritualität, „gläubiges, ja, vertrauendes Dasein.“

Um den eigenen „Stand-Punkt“ buchstäblich wahrzunehmen, bedruckte zunächst jeder Teilnehmer ein großes rundes Blatt mit seinen Fußabdrücken.

In einer Meditation wurde nun das Skelett verglichen mit dem Gerüst eines Hauses im Rohbau. Das Haus im Rohbau zeigt die Konturen des Hauses an und lässt den Betrachter in etwa erkennen, wie das Haus am Ende aussehen wird. Auch hält es alles Weitere zusammen und lässt denjenigen, der den Rohbau durchschreitet, darüber fantasieren, wer wohl später darin wohnen könnte.

Dem Bedenken des persönlichen „Rohbaus“, seiner „Konturen“ und „Bauweise“, galt nun der nächste Schritt: In das Bild, die eigenen Fußstapfen, hineintreten und „schauen“, dann gestalten, welche gedanklichen Bilder dabei aufkommen.

Im Kleingruppengespräch wurden anschließend die fertigen Bilder betrachtet und gedeutet.

Im Bild fanden nun auch die mitgebrachten Fotos einen Platz, die nach dem Kriterium „hier bin ich glücklich“ ausgesucht wurden.

Ausgehend von der biblischen Heilungsgeschichte eines Blindgeborenen („Was möchtest du, das ich dir tun soll?“ „Rabbuni, ich möchte sehen können!“), formulierten die Teilnehmer daraufhin ihre je ganz eigene „(Heilungs-)Bitte“ – z.B. aus der Beschreibung, als Kind besonders genossen zu haben, frei spielen zu können: „Rabbuni, ich möchte frei sein!“

Beide Sätze („Ich bin glücklich, wenn…“ und „Rabbuni, ich möchte…“) wurden ins Bild geschrieben.

Auf die beschriebene Weise nahm das Haus Gestalt an, wurde nach und nach „bezogen“ und entwickelte sich so „aus dem Nichts zu einem mit Leben erfüllten runden Ganzen.“ Dem jeweiligen Teilnehmer wurde klar: „Das bin ich!“

Hier nun war der Ort, der Moment, der spirituellen Identität gewahr zu werden. In einem durchaus feierlichen „Akt der Verkündigung“ (hervorgehoben durch die Art der Präsentation:

Öffnen und Schließen eines imaginären Vorhangs; „auf die Bühne treten“, das Hinhalten eines „Mikrofons“) vervollständigten die Teilnehmer im sog. „Glaubenshaus“ die Sätze „Wenn ihr mich seht, dann glaubt ihr mir, was ich glaube: Ich glaube, dass…“

Die jeweilige Glaubensbotschaft beinhaltete die Essenz der „Entdeckungen“ und Einsichten des Wochenendes.

Edith Koch: „Es passten, bildlich gesprochen, die Schuhe an die Füße. Sie drückten nicht, sie waren weder zu groß, noch zu klein. Sie passten perfekt. Wollte man diesen Moment festhalten, er wäre schon dahin. Will man dahin zurück, bedarf es der Übung des Seins…

Ich bin…“

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